Mit mir stimmt etwas nicht? Warum dieses Gefühl oft täuscht

Nachdenkliche Frau sitzt vor einem Siegel und zweifelt an sich selbst - Symbol für das Gefühl, nicht richtig oder falsch zu sein

Vielleicht hast du in den letzten Jahren viel Zeit damit verbracht, nach dem Fehler zu suchen.

  • Dem Fehler in deinem Körper.
  • Dem Fehler in deinem Nervensystem.
  • Dem Fehler in deiner Motivation.
  • Dem Fehler in deiner Persönlichkeit.
  • Irgendetwas muss doch nicht stimmen. 
  • Warum sonst fühlst du dich so?
  • Warum bist du müde?
  • Warum kannst du nicht abschalten?
  • Warum fühlst du dich leer, obwohl dein Leben von außen betrachtet gut aussieht?
  • Warum fällt dir manches so schwer, obwohl du früher scheinbar mühelos funktioniert hast?
  • Vielleicht habe ich Burnout? Burnout oder Lebenskrise? Wie ich den Unterschied erkannte.

Vielleicht hast du dir dieselbe Frage gestellt wie viele andere Menschen: „Was stimmt eigentlich nicht mit mir?“ Ich glaube, manchmal ist das die falsche Frage.

Die Suche nach dem Fehler

Wenn wir leiden, suchen wir verständlicherweise nach einer Ursache. Wir wollen verstehen. Wir wollen das Problem lösen. Also beginnen wir zu analysieren. Wir suchen nach:

  • dem Nährstoffmangel
  • der Diagnose
  • dem Trauma
  • der falschen Gewohnheit
  • der fehlenden Disziplin
  • dem Persönlichkeitsmerkmal

Manchmal finden wir tatsächlich wichtige Antworten. Doch manchmal suchen wir an der falschen Stelle.

Warum wir uns selbst zum Problem machen

Was, wenn dein Körper nicht gegen dich arbeitet?

Was, wenn dein Nervensystem nicht verrückt geworden ist?

Was, wenn deine Müdigkeit nicht bedeutet, dass du schwach bist?

Was, wenn deine innere Unruhe nicht bedeutet, dass du versagt hast?

Was, wenn dein System einfach auf etwas reagiert?

So wie es reagieren soll.

Der Rauchmelder ist nicht das Feuer

Stell dir vor, in deinem Haus piept ein Rauchmelder. Du könntest versuchen, das Geräusch zu ignorieren. Du könntest die Batterie entfernen. Du könntest dich darüber ärgern. Doch keine dieser Maßnahmen beantwortet die eigentliche Frage:

Warum piept er?

Symptome funktionieren oft ähnlich. Sie sind nicht immer das Problem. Manchmal weisen sie auf etwas hin. Etwas, das gesehen werden möchte.

Vielleicht kämpfst du gegen die falsche Sache

Viele Menschen verbringen Jahre damit, ihre Symptome loswerden zu wollen.

  • Die Müdigkeit.
  • Die Unruhe.
  • Die Erschöpfung.
  • Die Schlafprobleme.

Und verständlicherweise. Denn diese Dinge sind belastend. Doch manchmal entsteht eine paradoxe Situation.

Je mehr wir versuchen, das Symptom loszuwerden, desto weniger hören wir auf seine Botschaft.

Was dein Körper dir möglicherweise zeigen möchte

Vielleicht versucht dein Körper nicht, dich zu sabotieren. Vielleicht versucht er:

  • dich zu bremsen
  • deine Aufmerksamkeit zu bekommen
  • auf eine Grenze hinzuweisen
  • auf einen inneren Konflikt aufmerksam zu machen

Nicht aus Bosheit. Sondern aus Schutz. Warnsignale des Körpers: Warum dein Körper Nein sagt, bevor du es tust.

Die Frage, die alles verändert

Statt zu fragen: „Wie werde ich das los?“ könnte manchmal eine andere Frage hilfreich sein:

„Worauf möchte mich das aufmerksam machen?“

Diese Frage führt oft an einen anderen Ort. Weg vom Kampf. Hin zur Neugier.

Es stimmt nichts nicht mit dir

  • Vielleicht bist du nicht faul.
  • Vielleicht bist du nicht undiszipliniert.
  • Vielleicht bist du nicht undankbar.
  • Vielleicht bist du nicht kaputt.
  • Vielleicht bist du ein Mensch, dessen Körper und Nervensystem auf etwas reagieren, das nicht länger ignoriert werden möchte.

Das bedeutet nicht, dass jede Schwierigkeit eine tiefere Botschaft hat. Und es bedeutet nicht, dass du dein ganzes Leben umkrempeln musst. Aber es bedeutet vielleicht, dass du aufhören darfst, dich selbst als Problem zu betrachten.

Denn manchmal besteht Heilung nicht darin, einen Defekt zu reparieren. Manchmal beginnt sie mit einer viel einfacheren Erkenntnis:

Es stimmt nichts nicht mit dir.

Vielleicht gibt es einfach etwas, das gesehen werden möchte. Vielleicht sind Müdigkeit, Erschöpfung und innere Unruhe nicht die eigentlichen Probleme, sondern Hinweise auf etwas Tieferes. Wenn das Symptom nicht das Problem ist

4 Kommentare

  1. […] Manchmal entsteht Erschöpfung nicht nur durch Arbeit. Sondern durch inneren Widerstand. Wenn wir dauerhaft zwischen zwei Richtungen stehen, verbraucht das enorme Ressourcen. Wir ziehen gleichzeitig nach vorne und bremsen gleichzeitig. Wie ein Auto mit Vollgas und angezogener Handbremse. Kein Wunder, dass sich das anstrengend anfühlt. Aber das wichtigste ist: Das Problem liegt nicht darin, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es stimmt nichts nicht mit dir […]

  2. […] Manche Müdigkeit will nicht behoben werden. Sie will ernst genommen werden. Nicht jede Erschöpfung braucht mehr Schlaf. Manche braucht weniger Last. Müdigkeit und Schlaflosigkeit stehen oft in einem engen Zusammenhang.  Wenn du verstehen willst, wie beides systemisch zusammenwirkt und warum dein Körper in Übergangsphasen so reagiert, findest du auf der nächsten Seite eine zusammenführende Einordnung. Manchmal zeigt Müdigkeit nicht, dass etwas nicht stimmt. Sondern dass etwas in deinem Leben nicht mehr zu dir passt. Mit mir stimmt etwas nicht? […]

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