Ich weiß, was ich will – warum verändere ich trotzdem nichts?

Nachdenkliche Frau blickt aus dem Fenster und weiß, was sie verändern möchte, fühlt sich aber wie blockiert bei der Umsetzung

Warum wir oft genau wissen, was wir wollen – und trotzdem nichts verändern

Es gibt eine Frage, die ich Menschen immer wieder stellen höre:

„Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?“

Doch je länger ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto häufiger habe ich einen anderen Eindruck.

Viele Menschen wissen bereits erstaunlich genau, was sie wollen. Sie haben nur gute Gründe, warum sie es nicht tun. Das ist etwas völlig anderes.

Die Suche nach Klarheit

Wir verbringen oft Jahre damit, nach Antworten zu suchen.

  • Wir lesen Bücher.
  • Machen Coachings.
  • Hören Podcasts.
  • Analysieren unsere Situation.

Und hoffen auf den einen Moment, in dem plötzlich alles klar wird. Doch manchmal ist die Klarheit längst da. Wir mögen sie nur nicht. Weil sie Konsequenzen hätte. Viele Menschen kommen an diesen Punkt, nachdem sie erkannt haben, dass Erfolg allein sie nicht erfüllt. In dem Artikel:  Erfolgreich aber unglücklich? gehe ich tiefer auf diesen Punkt ein.

Vielleicht weißt du längst, was du willst

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

  • Eigentlich möchte ich diesen Job nicht mehr.
  • Eigentlich wünsche ich mir mehr Freiheit.
  • Eigentlich würde ich lieber anders leben.
  • Eigentlich sehne ich mich nach etwas anderem.

Das Wort „eigentlich“ ist interessant.

Es taucht oft genau dort auf, wo wir unsere Wahrheit bereits kennen.

Und gleichzeitig erklären, warum sie nicht umsetzbar ist.

Die Angst vor den Konsequenzen

Von außen wirkt es manchmal so, als würden Menschen Veränderungen vermeiden. Doch meistens vermeiden sie nicht die Veränderung. Sie vermeiden die möglichen Folgen.

Denn jede Veränderung hat einen Preis. Vielleicht bedeutet sie:

  • finanzielle Unsicherheit
  • Konflikte
  • Kritik
  • Verlust von Sicherheit
  • das Verlassen bekannter Strukturen

Deshalb entsteht ein inneres Dilemma.

Ein Teil von uns zieht in eine Richtung.

Ein anderer Teil versucht uns zu schützen.

Beide meinen es gut, denn oft kämpfen nicht Mut und Angst gegeneinander, sondern Freiheit und Sicherheit. Wenn du dich hier erkennst, dann ließ auch den Artikel:  Wenn dein Kopf Sicherheit will, aber dein Herz Freiheit

Warum Klarheit allein nicht reicht

Unser Nervensystem bewertet nicht nur, was wir wollen. Es bewertet auch Risiken. Deshalb kann es passieren, dass wir uns nach Veränderung sehnen und gleichzeitig Angst davor haben. Wir erleben dann zwei gegensätzliche Kräfte:

„Ich will weg.“ & „Ich kann nicht gehen.“

Dieser Konflikt kostet enorm viel Energie.

Warum Stillstand so erschöpfend sein kann

Viele Menschen glauben, die eigentliche Belastung sei die Arbeit. Oder die Verantwortung. Oder die Situation. Manchmal ist die größte Belastung jedoch der innere Konflikt selbst.

  • Jeden Tag dieselbe Diskussion.
  • Jeden Tag dieselben Gedanken.
  • Jeden Tag dieselbe Sehnsucht.
  • Und jeden Tag dieselben Gründe, warum es gerade nicht geht.

Das ist anstrengend. Nicht weil man schwach ist. Sondern weil zwei wichtige Bedürfnisse gleichzeitig aktiv sind:

Freiheit & Sicherheit.

Wenn Sicherheit und Sehnsucht gegeneinander kämpfen

Viele Menschen werfen sich vor:

  • Ich bin zu feige.
  • Ich ziehe es nicht durch.
  • Ich traue mich nicht.

Doch häufig ist das nicht die Wahrheit. Oft haben sie die Situation bereits bis ins Detail durchdacht. Sie kennen die Risiken. Sie kennen die Folgen. Sie kennen die Hindernisse.

Das Problem ist nicht fehlender Mut. Das Problem ist ein fehlender gangbarer Weg.

Wenn die Sehnsucht bleibt

Das Interessante ist: Wirklich wichtige Sehnsüchte verschwinden selten.

  • Man kann sie ignorieren.
  • Man kann sie verdrängen.
  • Man kann sie verschieben.

Aber sie melden sich immer wieder. Oft über Jahre. Manchmal sogar über Jahrzehnte. Nicht weil wir etwas falsch machen. Sondern weil ein Teil von uns weiterhin gesehen werden möchte. Der Teil der irgendwann anfängt, enttäuscht die Frage zu stellen: Was stimmt mit mir nicht? 

Vielleicht brauchst du nicht mehr Klarheit

Vielleicht brauchst du nicht noch eine Analyse. Nicht noch eine Liste. Nicht noch einen Persönlichkeitstest. Vielleicht weißt du längst, was du willst.

Vielleicht besteht die eigentliche Herausforderung darin, einen Weg zu finden, der sowohl deine Sehnsucht als auch dein Bedürfnis nach Sicherheit respektiert.

Denn zwischen:

„Ich bleibe für immer.“ & „Ich werfe morgen alles hin.“ gibt es oft viele Möglichkeiten.

Die Frage, die du dir vielleicht nicht stellen möchtest

Wenn du heute völlig ehrlich zu dir wärst: Was weißt du längst?

  • Nicht, was du befürchtest.
  • Nicht, was du analysierst.
  • Nicht, was andere erwarten.

Sondern das, was du tief in dir bereits weißt.

Vielleicht liegt dort die Antwort, nach der du die ganze Zeit gesucht hast. Nicht weil sie neu ist. Sondern weil sie schon lange da ist.

4 Kommentare

  1. […] Wir erleben dann einen inneren Konflikt, der unglaublich viel Kraft kosten kann. Nicht weil wir nicht wissen, was wir wollen. Sondern weil zwei wichtige Bedürfnisse gleichzeitig aktiv sind. Viele Menschen wissen längst, was sie wollen. Wenn du mehr dazu lesen willst, dann kann dieser Artikel interessant sein: Ich weiß, was ich will – warum verändere ich trotzdem nichts? […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert